Öko-Smart - bewusst Energie sparen
“Entgegen der Auffassung, dass das Einhalten des Kyoto Protokolls Geld kostet, lässt sich damit sogar Geld verdienen”, meint Eckhart Stoyke. “Die Teilnehmer des Öko-Smart Programms verdienen 247 Euro pro Tonne eingesparter Kohlendioxidemissionen”. Energieberatung und Umwelterziehung helfen, Löcher in leeren Stadtkassen zu stopfen. Geldmangel, überfordertes Personal und hohe Energiekosten bewirken, dass das kostenlose Öko-Smart Energie Contracting Programm zu einer attraktiven Lösung für Städte und Landkreise wird. “Oft wird unterschätzt, wieviel Geld man ohne investive Maßnahmen in Schulen einsparen kann”, so Stoyke. 65 Öko-Smart Schulen in Augsburg reduzierten ohne Komfortverlust ihren Heiz-, Strom- und Wasserverbrauch und sparten in 6 Jahren im Durchschnitt 6.609 Euro pro Schule und Jahr.
Mit diesen Einsparungen liegt das Öko-Smart Programm an der Spitze im Vergleich mit anderen Programmen seiner Art. “Nur wer die Wichtigkeit der HausmeisterInnen in den Schulen erkennt, sowie die Einbindung der SchülerInnen und des Lehrpersonals in das Programm erreicht, kann die höchsten Einsparungen erzielen”, erklärte Stoyke. Er erkannte, dass in Schulen Energie oft unnötig verbraucht wird und gründete 1993 die Firma EEC und das Öko-Schulprogramm, ein Energiesparprogramm für Schulen. Seitdem ist die Firma von einem reinen Familienunternehmen auf einen Betrieb mit über 12 MitarbeiterInnen gewachsen. Anfang des Jahres 2004 wurde die Firma von Energy and Environmental Consulting Inc. (EEC) auf Carbon Busters Inc. (CBI) umbenannt. Obwohl der Sitz der Firma in der kanadischen Provinz Alberta liegt, wird ein Großteil der Arbeit in Deutschland geleistet. Wachsendes Umweltbewusstsein und steigende Energiepreise in Kanada führen jedoch auch dort zu einer wachsenden Begeisterung für Umweltschutz und Energiesparen und somit auch zu einem erfolgreichen kanadischen Energiesparprogramm.
Öko-Smart hat sich auf zwei Gebiete spezialisiert: einerseitz Feinadjustierung des haustechnischen Bestandes auf der Basis von Gebäudeinspektionen und anderseits Optimierung des Nutzerverhaltens durch erzieherische Beiträge. Energieexperten untersuchen gemeinsam mit der HausmeisterIn die technischen Anlagen der Schule aufs Gründlichste. Mit über 700 Gebäudebegehungen unter dem Gürtel kann Eckhart Stoyke die Einsparpotentiale schon fast um die Ecke riechen. Bei diesen Untersuchungen werden kostenlose Einsparmaßnahmen und Effizienzmaßnahmen betont. Investitionen müssen sich innerhalb von etwa 2-3 Jahren amortisieren und werden durch die erzielten Einsparungen finanziert, so dass keine Unkosten für die Stadt entstehen.
Ein Umwelterziehungsteam spezialisiert sich auf die Gebäudenutzer. “Unsere Hauptaufgabe besteht darin, die SchülerInnen für die Umwelt zu begeistern”, erzählt Claudia Bolli, eine ehemalige Lehrerin, jetzt Umweltberaterin bei Öko-Smart. “Nur wer Respekt für die Umwelt hat, wird auch Energie sparen”. Die UmweltberaterInnen stellen Begleit- und Informationsmaterialien und Poster für den Unterricht zur Verfügung, damit die Themen Umwelt und Energiesparen in den täglichen Unterricht integriert werden können. Das Hauptthema für das Schuljahr 2003-2004 war das Wasser. Wettbewerbe dienen als Ansporn: eine Schulklasse in Stapelholm erhielt eine digitale Kamera als 1. Preis für ihr Wasserprojekt. Workshops wurden im März gehalten und vertieften das Thema. Über 500 TeilnehmerInnen aus über 60 verschiedenen Öko-Smart Schulen in Deutschland hatten dieses Jahr die Gelegenheit, einen Teich im Klassenzimmer aufzubauen, und befassten sich mit Lebewesen in Feuchtgebieten, Wasserqualität und Wassersparen. Die Begeisterung war groß und es kam gelegentlich vor, dass die LehrerInnen die Schüler am Ende des Workshops vom Teich wegzerren mussten.
Unterrichtsmaterialien, Poster, Wettbewerbe und Workshops motivieren und informieren die Gebäudenutzer. Das verbesserte Nutzerverhalten der SchülerInnen, LehrerInnen sowie auch des Verwaltungs- und Reinigungspersonals hat einen gewaltigen Einfluss auf den Energieverbrauch in Schulgebäuden. Informierte SchülerInnen wenden das Gelernte auch zu Hause an, und die Auswirkungen auf die Umwelt werden so vervielfacht. Bundesweit werden jedes Jahr alleine durch den Energieverbrauch über 1 Milliarde Tonnen Kohlendioxidemissionen freigesetzt (http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-daten/daten/kohlendioxidemissionen.htm). Dieser Ausstoß von Kohlendioxid hat einen direkten Einfluss auf die Umwelt, den Klimawechsel und unsere Lebensqualität. Das Öko-Smart Programm hat seinen TeilnehmerInnen im Laufe von 10 Jahren nicht nur über 9,8 Millionen Euro eingespart, sondern auch die Freisetzung von Schadstoffen verringert. Durch verbessertes Nutzerverhalten und die Optimierung der technischen Anlagen haben teilnehmende Schulen bisher insgesamt über 39 Millionen kg Kohlendioxidemissionen eingespart. Diese Menge entspricht den Abgasen von über 26.510 Kleinwagen in einem Jahr.
Michèle Elsen Öko-Smart Programmleiterin

